Die Folgen von Shakiras neuem Song: Recht auf Ehre

Der neue Song von Shakira hat in weniger als 72 Stunden 100 Millionen Aufrufe auf YouTube erreicht. Der Song ist voller Anspielungen auf ihre Ex-Partnerin und jetzige Partnerin Clara Chía.

Sätze wie: "Ich bin 2 von 22 wert", "Sie haben eine Rolex gegen eine Casio getauscht", "Sie haben einen Ferrari gegen einen Twingo getauscht". Und die direkteren wie "Sal-pique" und "clara-mente".

Der Sängerin zufolge begeht sie keinen Verstoß gegen die Ehre des ehemaligen Barcelona-Spielers.

Aber hätte sich Shakira der Verleumdung von Piqué schuldig gemacht?

Der Song macht unverhohlene Anspielungen auf intime Aspekte ihrer Beziehung zu Piqué und deren früheres Zusammenleben. Anspielungen, die für die betreffende Person entwürdigend sein könnten.

Gemäß der Definition von Beleidigung in Art. 208 des Strafgesetzbuches:

Eine Beleidigung ist jede Handlung oder Äußerung, die die Würde einer anderen Person verletzt, ihren Ruf untergräbt oder ihr Selbstwertgefühl beschädigt.

Nur Beleidigungen, die nach ihrer Art, ihren Wirkungen und ihren Umständen in der Öffentlichkeit als schwerwiegend angesehen werden, stellen unbeschadet der Bestimmungen von Artikel 173 Absatz 4 eine Straftat dar.

Beleidigungen, die in der Unterstellung von Tatsachen bestehen, werden nicht als schwerwiegend angesehen, es sei denn, sie wurden in Kenntnis ihrer Unwahrheit oder unter leichtfertiger Missachtung der Wahrheit begangen.

Die Analyse des Artikels zeigt, dass es sich um eine "Äußerung" handelt, die das Recht auf Ehre der Person, an die die Anspielungen gerichtet sind, verletzt. Solche Anspielungen müssen beleidigend sein, wobei die soziale Angemessenheit, der Kontext und die Umstände zu berücksichtigen sind. Ebenso enthält der Straftatbestand eine subjektive Art, daher ist es erforderlich, dass der Urheber der Beleidigung die Äußerungen in der Absicht macht, zu beleidigen oder zu verletzen.

Obwohl der Text des Liedes für Piqué und seine neue Freundin beleidigend sein könnte, ist er nicht anstößig. Es handelt sich um einen Text, der auf einer bloßen Anspielung beruht und daher nicht unter das Strafrecht fallen würde.

Tatsächlich macht Shakira in dem Song deutlich, warum sie ihn schreibt, nämlich um Geld zu verdienen: "Frauen weinen nicht mehr, Frauen machen Geld". Sie greift also auf ihre eigenen Erfahrungen zurück. Daher wäre sie auf der Grundlage der kreativen Freiheit durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt.

Gemäß dem Organgesetz 1/1982 vom 5. Mai über den zivilrechtlichen Schutz des Rechts auf Ehre, persönliche und familiäre Privatsphäre und des eigenen Bildes definiert Artikel 7.3 dieses Gesetzes jedoch die Veröffentlichung von Tatsachen, die sich auf das Privatleben einer Person oder ihrer Familie beziehen und ihren Ruf beeinträchtigen, als unrechtmäßige Einmischung.

Es ist zu bedenken, dass wir es mit zwei Personen zu tun haben, die ein hohes Maß an öffentlichem und gesellschaftlichem Interesse haben und deren Intimleben Rechte wie das Recht auf Information begründen könnte.

Es gibt also mehrere Möglichkeiten für den ehemaligen Fußballspieler, der das Lied vorerst mit Humor zu nehmen scheint und keine rechtlichen Schritte einleiten wird, um seine Rechte auf Ehre, Ansehen und Würde durchzusetzen.

Was ist mit den Marken, die in dem Lied erwähnt werden?

In diesem Fall werden vier Marken verglichen, Rolex mit Casio und Ferrari mit Twingo. In diesen Fällen sind die Marken, die einen Imageschaden erleiden, Casio und Twingo. Die Marketingteams beider Marken waren jedoch in der Lage, die Gelegenheit zu ergreifen.

Marken können nicht kontrollieren, was über sie gesagt wird. Trotzdem haben sich die Kreativteams beider Marken an den Memes beteiligt und positive und unterstützende Kommentare erhalten.

In Fällen wie den oben genannten sind Reputationsmanagement, Krisenmanagement und digitales Marketing von grundlegender Bedeutung, denn eine Krise/ein Polemik kann jederzeit auftreten und das Paradigma der Situation innerhalb von Sekunden ändern. In vielen Fällen hilft ein Krisenaktionsplan, um vorgewarnt zu sein.

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